Radrennen – Die Profis sind da

Die Profis des Radrennsports sind auf der Insel!
Radrennen sind meine heimliche Liebe…

Mensch, war ich nervös, als ich aus dem Internet erfuhr, dass die diesjährige Mallorca Rundfahrt die Profi-Radrennfahrer in unsere unmittelbare Nähe schwemmen würde.
Der Start in Felanitx – da arbeite ich!
Eine doppelte Schleife durch Colonia St. Jordi – da wohnen wir!
Dazwischen rollten sie durch meine neue Heimat. Sofort checkte ich die Zeiten und erklärte auf der Arbeit, dass ich da nicht da sein würde 😉
Am Tag vor dem Start wurde das kribbeln spürbarer. Denn vor unserer Haustür waren schon die ersten Halteverbotsschilder aufgestellt und die Pfeile, die den Rennfahrern den Weg zeigen sollten.

Am Donnerstag fuhr ich wie gewohnt morgens zu Arbeit und hielt immer wieder Ausschau nach großen Teambussen oder den Begleitfahrzeugen. Aber die waren irgendwie noch vom Erdboden verschluckt. Um kurz nach 11 erklärte ich meiner Chefin, dass ich jetzt mal eben zum Marktplatz gehen würde, denn da wäre in knapp einer Stunde der Start von den Profis. Okay, meinte sie: Ich komme mit 🙂

Wir spazierten dann durch die fast autofreie Innenstadt von Felanitx. Auf dem Placa Espana war schon reges Treiben. Lautes Kindergekreische und Lautsprecherdurchsagen vermischten sich zu einem Ohrenbetäubenden Lärm. Auf der Platzmitte war eine Bühne aufgebaut und dort rollten jetzt die Radprofis wie die Matadore einzeln herauf um sich in die Startliste einzutragen. Ich stehe total auf diesen Anblick. Die schicken Trikots, die geilen Brillen und die cool gestylten Hungerhaken auf ihren Zigtausend-Euro-Rennmaschinen.

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Mein Handy musste als Kamera herhalten und machte seinen Job ganz gut. Außerdem habe ich dank meiner Größe leichtes Spiel den kleinen Mallorquinern über den Kopf zu schauen und in Ruhe auch aus der zweiten Reihe Fotos zu machen.

Dann beschlossen wir wieder zurück zur Arbeit zu gehen, denn nach dem Start würde das Feld der Fahrer etwa 150 Meter von meinem Arbeitsplatz vorbeifahren. Also hatten wir noch ein paar Minuten. Ich checkte noch ein paar emails und bemerkte, wie ich immer wieder auf die Uhr sah.
Dann schickte ich Sabine noch ein paar Infos, weil sie wissen wollte, wann das Rennen denn in Colonia ankommen würde. Sie wollte sich an den Salinen platzieren, um dort Fotos zu machen. Eine kluge Entscheidung, wie man an den Bildern sehen kann.

Um kurz vor 12 machten wir uns auf den Weg, die 150 Meter bis zur Rennstrecke zu absolvieren. Doch was soll ich sagen, wir waren leider 5 Sekunden zu langsam, denn wir sahen das Feld nur noch an uns vorbeirauschen. Wenigstens die 150 Begleitfahrzeuge wurden dann von mir aber noch konsequent abfotografiert. Hier mal eine kleine Übersicht:

In der Mittagspause ging es für mich dann – wie jeden Tag – zurück nach Hause. Heute war natürlich alles anders. Gut die Sonne schien, der Himmel war blau – wie fast jeden Tag! Aber ich fühlte ein knistern in der warmen Luft. Die Hauptstraße nach Colonia war komplett autofrei, ein cooler Anblick. Einige Polizisten warteten darauf, mit ihrer Trillerpfeife gedankenlose Autofahrer ein schlechtes Gewissen zu verpassen und sie auf den rechten Weg zu bringen.

Ich holte Sabine ab und wir warteten am Ende der Hauptstraße auf die Rennfahrer. Wir hatten einen perfekten Logenplatz, denn wir konnten fast einen Kilometer die Straße hinunter blicken. Sabine richtete ihre Kamera aus und wir warteten mit ein paar Mallorquinern auf die Rennfahrer.ausreisser

Zuerst kamen 5 Motorräder dann ein paar Autos und schon kamen 3 Ausreißer vor dem Feld und nahmen die Kurve so schnell, dass es uns den Atem verschlug. In der Ferne sah man dann das Peloton herannahen. Sie nahmen die komplette Breite der Straße ein und waren ein paar Momente später auf unserer Höhe. Unser Atem war immer noch stockend und das blieb er auch. Es war wahnsinnig beeindruckend wie soooo viele Rennfahrer in soooo einem Tempo eine soooo scharfe Kurve nehmen konnten.

Hier noch  mein Live-Mitschnitt 🙂

Zehn Sekunden später war alles vorbei. Wir hatten super Fotos und Videos im Kasten und konnten zufrieden den kurzen Heimweg antreten. Das Rennen gewann übrigens der Deutsche André Greipel in Porreres im Sprint gegen Sam Bennett vom Deutschen Bora Argon 18 Team und dem Dänen Edwald Boason-Hagen (Team Dimension Data). Mehr Infos findet Ihr hier: Vuelta Mallorca

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Morgen wird sich mein faules Rennrad auch mal wieder bewegen dürfen!


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